Tierinfo - Tierarztpraxis Hanau

Aktuelles & News  

     
 

Zahnkosmetik im Hundesalon


Tierschutzrelevantes Entfernen von Zahnstein bei Hunden und Katzen ohne Narkose.

Röntgenaufnahme eines Hunde-Caninus | Tierarztpraxis-Hanau.de

Vermehrt bewerben Hundesalons eine ?professionelle Zahnreinigung mittels Ultraschall" und argumentieren damit, dass den Tieren eine Narkose erspart würde. Der Verweis auf die professionelle Zahnreinigung bei Menschen - die ja auch ohne Narkose erfolge - wird als Argument für ihr Vorgehen herangezogen.

Schlichtweg ignoniert werden hierbei die drei Zwecke einer Narkose:

  • Ausschalten des Bewußtseins
  • Ausschalten des Schmerzes
  • Entspannung der Muskulatur

Wer schon einmal mit seinem Tier beim Tierarzt war, weiß, dass selbst gutes Zureden, bei der einfachsten Maßnahme nur einen geringen Einfluß hat. Von schmerzhaften Eingriffen garnicht erst zu reden. Dass Zahnsteinentfernung nichts sehr angenehmes ist, weiß wiederum jeder, der dies einmal selbst bei sich erlebte.

Der Mensch öffnet beim Zahnarzt mehr oder weniger freiwillig den Mund. Das Tier sicherlich nicht - es braucht einer Einrichtung, dass Maul aufzusperren und während der Behandlung aufzuhalten. Bei vollem Bewußtsein erlebt, führt dies zu den heftigsten Abwehrbewegungen des Tieres. Ist dieses Gestell erst einmal installiert, kommt der nächste 'Horror':

Die Ultraschall-Sonde! Wassersprühend und in einer Frequenz lärmend, die dem empfindlichen Hundeohren sicherlich noch unangenehmer ist, als uns Menschen, wird dieser Fremdkörper in das Tiermaul eingeführt.

Dann der Schmerz, wenn die Sonde die Zähne berührt.

Im Gegensatz zu den Menschen, die meist aus kosmetischen Gründen zur Zahnreingung gehen, ist der Zustand bei den Tieren meist sehr viel schlimmer. Offene Zahnhälse, entzündetes Zahnfleisch, verdeckte Zahnbrüche und Vieles mehr sind häufigst hierbei anzutreffen.

Stellt man sich nun vor, dass diesen latenten Schmerzherden nun auch noch mit einer Ultraschall-Sonde zu Leibe gerückt wird, so fühlen sich die Ältern unter uns sicherlich an Dustyn Hoffmann im Film 'Marathon-Man' erinnert, wo er am Stuhl gefesselt von einem sadistischen Zahnarzt gefoltert wurde. Eine solche Vorgehensweise als Tierliebe und 'Sorge vor einer Narkose' zu bezeichnen ist sicherlich mehr als fraglich.

Rein medizinisch gesehen kann eine solche von Laien ausgeführte Zahnreingiung nur Kosmetik sein. Ursachen und Folgen des Zahnsteins werden hierbei ignoriert. Eindeutige Krankheitsymptome übertüncht. Tiefer sitzende Probleme mangels Röntgenkontrolle und Sachkunde nicht entdeckt.

Tierbesitzer, die sich mit dem Gedanken tragen, ihrem alten Haustier eine Narkose zu ersparen, sollten bedenken, dass eine korrekt geführte und überwachte Narkose die definitiv schonendere Vorgehensweise ist.

Beim speziell hierfür ausgestatteten und ausgebildeten Tierarzt wird der Patient optimal versorgt. Mit Herz- und Atem-Monitor-Systeme überwacht, mittels Intubation direkt und dosiert mit Sauerstoff und Narkosegas versorgt, mit kreislaufstabilisierender Infusion unterstützt, merkt das Tier nichts von dem Eingriff. In aller Sorgfalt könne die Zähne untersucht und behandelt werden. Der zahnmedizinische Status wird dabei wärhend der Behandlung durch eine Helferin protokolliert und mit Röntgen-Kontroll und Fotoaufnahmen dokumentiert. Nicht erhaltbare Zähne werden inkl. aller zugehörigen Wurzeln (!!!) entfernt, Zahnfleischwunden werden versorgt.

Aber auch die Nachsorge ist wichtig!
Der Maulbereich gehört naturgemäß zu den unsaubersten Bereichen am Körper schlecht hin. Entzündungen z.B. müssen antibiotisch behandelt werden, bevor sie den gesamten Körper und/oder das Herz befallen. All dies kann ein Hundesalon nicht leisten - er darf es auch garnicht, da die tiermedizinische Ausbildung und Approbation fehlt.

Wer sich auch noch für die formalen Zusammenhänge und Hintergründe interessiert, kann dies in einem Merkblatt der Tierärztlichen Vereingung für Tierschutz e.V. (TVT) nachlesen.

Ansonsten gilt: Eine Beratung beim spezialisierten und für Zähne ausgebildeten Tierarzt lohnt sich und kann die individuellen Möglichkeiten, Chancen und Risiken sehr klar zu Tage fördern. Lassen Sie sich informieren und beraten!

Wer noch ein wenig mehr Zahn-Fälle sehen und Hintergründe dazu erfahren möchte, kann dies auch auf dieser WebSite erfahren.

Hanau, im Juni 2009
Hinweis/Disclaimer    |    Nächste <<    News Übersicht   >> Vorherige

  • Tierarztpraxis-Hanau.de

  • Mitglied der Europäischen Tierzahnärzte­vereinigung
    (EVDS).

  • Gründungsmitglied der Deut­schen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT)

  • Auf dem Weg zu einer besseren Zahngesundheit
    Fachtierarzt-Zahnheilkunde.de
    Denn auch Tiere haben Zähne


Tierarztpraxis Dr. med. vet. Ines Ott
Fachtierärztin
Brüder-Grimm-Straße 3 | 63450 Hanau (Hessen)
Fon: 06181-22492 | Fax: 06181-257176 | Email: Dr.Ines.Ott@Tierarztpraxis-Hanau.de