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Mallorca - ein etwas anderer Reisebericht


Mallorca: Paradies oder Hölle, das kommt auf den Betrachter an. Für Urlauber der Inbegriff von paradiesischer Urlaubsidylle, für die unzähligen Streunertiere die Hölle auf Erden.

(Die anklick-baren Bilder öffnen in einem separatem Tab/Fenster)

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In der erbarmungs­losen Sommerhitze finden sie kaum Was­ser und Futter; im Winter sind sie Stür­men, Regen und Käl­te schutzlos ausge­liefert. Sie vermehren sich unkontrolliert und ernähren sich von Abfall; niemand kümmert sich um sie, wenn sie krank oder schwerverletzt am Straßenrand liegen; oft sterben sie langsam und qualvoll - vorausgesetzt sie landen nicht vorher in der Perrera (= Tötungsstation), wo sie, wenn sie nach Ablauf von 21 Tagen nicht herausgeholt werden, „von Gesetzes wegen“ getötet werden.

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Hunde werden, selbst wenn sie das frag­würdige Glück haben, ein „Zuhause“ zu ha­ben, oft an der Ket­te gehalten und vegetie­ren im ei­genen Unrat. Ihre Daseinsberechtigung hängt von den Diensten ab, die sie zu erfüllen haben, z.B. als Wach- oder Jagdhund. Wenn sie dafür zu alt, schwach oder krank sind, werden sie einfach entsorgt.

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Aber die großen Verlierer sind auf Mallorca die Katzen. Sie sind offiziell zum Ab­schuss freigegeben; ganze Kolonien werden auf bru­talste Weise massakriert oder flächendeckend ver­giftet, weil sie einfach „da“ sind, und dadurch das ach so idyllische Bild der Insel in den Augen der Touristen beeinträchtigen. Es gibt auf Mallorca wenige Tierschutzvereine, die sich der Katzen annehmen. Wir versuchen durch Prä­ventionsmaßnahmen wie Kastrationen oder Umsiedlung der Kolonien in entlegenere Gebiete dem Elend entgegenzuwirken, aber diese Dinge brauchen Zeit bis sie greifen. Bis dahin versuchen wir, die unzähligen täglichen Problemfälle zu lösen und so viele Tiere wie möglich aus dieser Hölle in ein besseres Leben nach Deutschland bzw. in die Schweiz zu vermitteln.

In diesem Sinne und weil mir der Auslandstierschutz sehr am Herzen liegt, machte ich mich Ende Mai 2015, zusammen mit drei weiteren Tierschützern, auf den Weg nach Mallorca.

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Obwohl zum Teil genau definierte Aufgaben auf einen warten, kann man bei einem solchen Einsatz eines nicht planen. Jeder Tag bringt neue Notfälle und Probleme, da ist Flexibilität gefragt. Wir mussten unsere Pläne ständig ändern. Es ging darum, Futterhäuschen für die Futterstellen zu bauen, damit das Trockenfutter bei Regen nicht gleich nass wird und die Katzen halbwegs in Ruhe fressen können, es mussten verletzte oder kranke Tiere zum Tierarzt gefahren werden. Und - dies ist immer ein sehr emotionaler Moment und eine der freudigen Aufgaben - es mussten Tiere zum Flughafen gefahren und eingecheckt werden, damit sie den Flug zu ihren zukünftigen Familien antreten können. – Außerdem hatte das Refugio, das personell gerade in einer Notsituation war, dringend um Hilfe gebeten.

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Überhaupt – das Refugio. Es ist ein privates Tierheim in der Nähe des Städtchens Pollenca im Nordwesten der Insel, mit welchem wir schon sehr lange zusam­menarbeiten. Es wird von einem älteren spanischen Ehepaar auf dem eigenen, weitläufigen und schön gelegenen Grundstück geführt. Das Ehepaar bestreitet die ganze Arbeit allein, abgesehen von der sporadischen Hilfe durch externe Tierschützer. Das Refugio finanziert sich ausschließlich durch Spenden, Benefizveranstaltungen, Flohmärkte usw., denn die Betreiber weigern sich, die abgegebenen oder aufgegriffenen Tiere nach 21 Tagen zu töten und erhalten deswegen keinerlei öffentlichen Zuschüsse. Dort warten so viele liebenswerte Hunde und Katzen auf eine neue Familie in Deutschland ! Vielleicht auf Sie?

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Nur wenn dort ein regel­mäßiger Abfluss von Tieren stattfindet, können neue Tiere aufgenommen oder aus der Perrera heraus­geholt werden. Auch des­wegen ist die Vermittlung der Tiere nach Deutschland bzw. in die Schweiz so eminent wichtig.

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Solche Einsätze im Aus­landstierschutz verlangen sehr viel ab – physisch aber vor allem seelisch. Man wird direkt und erbarmungslos mit dem geballten Tierelend konfrontiert, das in Süd­europa herrscht. Man braucht lange, um das Erlebte halbwegs zu verarbeiten. Selbst Wochen, Monate nach einem solchen Einsatz wird man die schlimmen Bilder im Kopf nicht los. Aber man muss durch, wenn man helfen will. Da ist für Rücksicht auf eigene Empfindungen und Gefühle kein Platz.

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Es wäre schön, wenn wir mit diesem kleinen Bericht Ihre Hilfsbereitschaft ge­weckt hätten. Denn wer helfen will, muss nicht un­bedingt nach Mallorca fliegen. Wir brauchen zum Beispiel, außer finanzieller Unterstützung, dringend Pflege­stellen, besonders für die Katzen, wo diese so lange bleiben können bis sie ihre eigene Familie gefunden haben. Futter- und tierärztliche Kosten trägt übrigens wenn gewünscht der Verein. Oder möchten Sie ein Auslandstier für immer aufnehmen? Nach meinen eigenen Erfahrungen sind Auslandstiere äußerst anhänglich und dankbar.

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Wenn Tierliebe und Tier­schutz für Sie kein leeres Lippenbekenntnis sind und auch Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten einbrin­gen möchten, darf ich Ihnen den Besuch unserer Seite empfehlen: www.tierschutzmallorca.de

Denn Mitleid ist nicht genug.

Herzlichen Dank
Erminia Herbert

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P.S.: Auf dem Rückflug war mein Gepäck gleich um 4 KG schwerer: Mia, ein kleines schwarzes Kätzchen, flog mit, in ihr neues Leben bei mir zuhause. Denn auch wenn ein einziges gerettetes Tier die Welt nicht ändert, so ändert sich für dieses eine Tier die ganze Welt.

Bericht und Bilder:
Erminia Herbert

 

Hanau, im August 2015
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