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Milchzahnproblematik
`Hai-Fisch-Gebisse` bei jungen Hunden und Katzen bedürfen dringend der Behandlung.
Die Milchzähne brechen bei den Welpen zwischen der 3. und 6. Lebenswoche
durch. Mit 4.-5. Monaten fängt der Zahnwechsel mit den permanenten Zähnen an,
der im Alter von 7 Monaten abgeschlossen sein soll. Während des Zahnwechsels
kommt es zur Resorption der Wurzelspitze des Milchzahnes, der damit immer kürzer wird.
Dadurch wird die Hebelkraft der Zahnkrone immer größer bis der verbleibende Zahn durch
physiologische Benutzung des Gebisses irgendwann rausfällt.
Fällt der Milchzahn nicht physiologisch raus, kann es zum Doppelstand des
Milchzahnes mit dem neuen bleibenden Zahn kommen. Die neuen Zähne können nicht
an ihrer normalen Stelle hineinwachsen, so dass häufig Zahnfehlstellungen entstehen,
die aufwendig orthodontisch behandelt werden müssen. Milchzähne die persistieren, also
nicht von selbst herausfallen, sind meistens die Canini (Eckzähne) und die Schneidezähne
im Oberkiefer. Häufig betroffen sind kleine Hunderassen und Zwergrassen,
wie z.B. Yorkshire Terrier, Chihuahuas, Prager Rattler, Rehpinscher, Malteser,
Westhighland Terrier, Shih-Tzu, Pekinesen, Jack Russel, Spitz , Zwergschnauzer, u.a.
und davon bestimmte Familien in einer Rasse , so dass eine genetische Veranlagung
vermutet wird.
Erläuterung:
1+2 sind die bleibenden Eckzähne (im Anmarsch),
3+4 sind persistierende Milch-Eckzähne mit kompletter Wurzel, die bereits herausgefallen sein sollten,
5-10 bleibende Schneidezähne,
13-17 persistierende Schneidezähne (Wurzeln waren schon in Auflösung),
11+12 erster bleibender Prämolar.
Eine Entzündung des Zahninneren (Pulpitis) des Milchzahnes nach einem
Trauma oder einer Eröffnung des Zahnkanals durch eine Fraktur (Bruch),
kann ebenso dazu führen, dass dieser Zahn später nicht von selbst herausfällt.
Nicht selten frakturieren besonders Canini im Milchzahngebiss. Durch die Pulpitis
kann: der Zahn absterben; eine eiternde Fistel kann im Wurzelbereich entstehen;
der Zahnschmelz des neuen bleibenden Zahnes kann geschädigt werden (wenn die
Entzündung vor dem 120. Lebenstag entsteht) und die Zahnwurzel kann nicht resorbiert
werden, mit Folgen die schon beschrieben wurden. Auch wenn die Milchzähne verspätet
von alleine herausfallen, kann es zu Fehlstellungen der permanenten Folgezähne kommen.
Als Faustregel kann man sagen, dass die Milchzähne extrahiert (entfernt)
werden müssen, sobald die bleibenden Folgezähne ausbrechen. Aber auch
frakturierte Milchzähne sollten extrahiert werden, wenn der Zahnkanal eröffnet
wurde oder der Zahn sich verfärbt hat. Das Gleiche versteht sich auch für
Wurzelreste, die evtl. nur röntgenologisch erkennbar sind. Bild:
Canini ohne Wurzelresorption (links), Milchzähne mit wurzelresorption (rechts).
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